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18.06.2026

Fotografie trifft Geschichte: Porträts im Dreilinden erzählen Geschichten

18.06.2026
Seit dem 1. Mai können im neuen Pflegezentrum Dreilinden in Rotkreuz im Eingangsbe-reich grossformatige Fotografien bestaunt werden. Im Mittelpunkt stehen Bewohnende des Zentrums Dreilinden.

Seit dem 1. Mai können im neuen Pflegezentrum Dreilinden in Rotkreuz im Eingangsbereich grossformatige Fotografien bestaunt werden. Im Mittelpunkt stehen Bewohnende des Zentrums Dreilinden. Das Besondere an den Aufnahmen: Alle Frauen und Männer halten ein Objekt aus der Historischen Sammlung Risch in den Händen. Wie ist es zu dieser künstlerischen Zusammenarbeit gekommen?

Inspiriert von einer Ausstellungskritik über das Museé des Beaux-Arts in Rennes kam Iris Blum, Kuratorin der Historischen Sammlung Risch, auf die Idee, die Bewohnenden des Zentrums Dreilinden ein Objekt aus der Sammlung auswählen und damit fotografieren zu lassen. Unterstützt von Andrea Imholz, Leiterin Aktivierung, konnten acht Bewohnende für das museale Projekt gewonnen werden. Nun fehlte noch die passende Fotografin, die in der Zürcherin Gabi Vogt dank ihrer Erfahrung mit solchen Projekten schnell gefunden wurde. Neben Porträts gehören Reportagen und Reisefotografie zu ihren Schwerpunkten.

Im Dezember vergangenen Jahres verwandelte die freischaffende Fotografin das Zimmer der Aktivierung für kurze Zeit in ein Fotostudio. Die Bewohnenden stellten sich mit ihrem Objekt vor die schwarze Leinwand und schauten selbstbewusst in die Kamera. Danach befragte die Fotografin ihre Gäste über ihre Beziehung zum Objekt. Dabei sind berührende Geschichten, etwa über ein Radio aus den 1950er Jahren oder eine Kaffeemühle aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, erzählt worden. Diese Erinnerungen können in der Ausstellung ausschnittweise gelesen werden.

«Mit solchen Geschichten werden auch die Objekte aus der Historischen Sammlung wieder neu beleuchtet. Es ist die eindrückliche Symbiose zwischen Geschichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und von Artefakten materieller Kultur und ihrer Bedeutung für unsere Gesellschaft», findet die Historikerin Iris Blum. «Dabei gehören die Objekte nicht den Bewohnenden, sondern sie sind eine Art Repräsentanten für die Geschichte der einst sehr ländlich geprägten Gemeinde Risch.» Für die Künstlerin Gabi Vogt hat die Kombination von Bild und Text eine ganz eigene Präsenz der Bewohnenden geschaffen: «Für mich sind die kurzen Texte, die die Porträts ergänzen, kleine Fenster, durch die persönliche Erlebnisse der Porträtierten sichtbar werden. Durch diese blicke ich in eine Zeit, die ich nur bruchstückhaft und vom hören sagen kenne.» Iris Blum ergänzt: «Dass die Alltagsgegenstände „Museumsstatus“ erhalten haben, sieht man auf den Fotografien auch an den Etiketten, die keck ins Bild ragen.»

Den Grundstein für die Historische Sammlung Risch legte Jakob Meierhans. Der leidenschaftliche Sammler wurde 1950 auf dem Seehof in Buonas geboren. Seine Eltern hatten den stattlichen Bauernhof von Marie Kuster-Durrer 1943 übernehmen können. Bereits mit 15 begann Jakob Meierhans, Objekte aus der Gemeinde Risch und Umgebung zu sammeln. Dieser Passion ging er auch während seiner Berufsjahre als Vergolder und Rahmenmacher in einem Restaurierungsatelier nach. Auf diese Weise kamen mehr als 3000 Objekte zusammen.

Lassen Sie sich selber davon überraschen, was ein Tresterstöckli oder ein Schwarber ist oder wie sich alte Menschen an die «Stimme aus New York» über Radio Beromünster nach mehr als 60 Jahren erinnern.

Veranstaltungshinweis

Die Ausstellung «Ankebüchs und Hühnergeld» ist bis am 31.Dezember 2026 täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr im Zentrum Dreilinden, Buonaserstrasse 14, 6343 Rotkreuz, zugänglich. Eintritt frei.

Weitere Informationen zur Historischen Sammlung Risch finden Sie unter:
https://historischesammlung-risch.museumpro.ch

Infos zur Fotografin Gabi Vogt auf:
https:www.gabivogt.ch

Für Rückfragen

Schulen Risch, Abteilung Bildung und Kultur: Philipp Suter, 041 554 28 02, philipp.suter@schulenrisch.ch

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