Medien und ICT an den Schulen Hünenberg
ICT und Medien: eine Kulturtechnik unserer Zeit
Ob Smartphone, Tablet oder Computer – digitale Medien sind heute selbstverständlicher Teil des Alltags, in jeder Altersgruppe, privat wie beruflich. Wir kommunizieren über sie mit Menschen auf der ganzen Welt, tauschen Informationen aus, halten Erlebnisse fest, orientieren uns und gestalten damit unsere Freizeit. Der souveräne Umgang mit digitalen Medien ist damit zu einer eigenen Kulturtechnik geworden – gleichrangig neben Lesen, Schreiben und Rechnen.
Diese digitale Welt ist für Kinder und Jugendliche auch ein wichtiger Teil ihres sozialen Lebens: eigene Beiträge teilen, Fotos und Videos veröffentlichen, sich mit anderen austauschen und vernetzen. Diese digitale Sozialisierung beginnt oft schon früh und prägt, wie junge Menschen sich selbst wahrnehmen und mit anderen in Beziehung treten – mit Chancen, aber auch mit Herausforderungen, denen wir uns bewusst sind (mehr dazu weiter unten).
Die Schule begleitet die Kinder und Jugendlichen aktiv in dieser Lebenswelt. Wir fördern, dass sie digitale Medien verstehen und einordnen können – als Grundlage für einen eigenständigen, kritischen und verantwortungsvollen Umgang. Wie wir das konkret umsetzen, zeigen die folgenden Abschnitte.
Unser Kompass für digitale Bildung
Fünf Grundsätze, an denen wir uns orientieren, wenn wir mit Kindern und Jugendlichen digitale Geräte einsetzen:
- Digitale Geräte bieten einen echten Mehrwert fürs Lernen.
Sie kommen dort zum Einsatz, wo sie den Unterricht wirklich bereichern. - Kinder sammeln zuerst eigene Erfahrungen mit allen Sinnen.
Draussen, mit den Händen, im echten Austausch stehen Primärerfahrungen an erster Stelle. Digitale Medien setzen wir gezielt dort ein, wo sie diese Erfahrungen sinnvoll ergänzen und vertiefen. - Kinder werden vom Konsumieren zu Produzierenden.
Sie drehen Trickfilme, nehmen Hörspiele auf oder produzieren eigene Lernvideos – und gestalten damit aktiv eigene Werke. - Wir bleiben fair – auch online.
Respekt und Zivilcourage gelten im digitalen Raum genauso wie im echten Leben. - Wir sprechen Grenzen offen an.
Bildschirmzeit, Ablenkung und Cybermobbing thematisieren wir aktiv und transparent.
Erleben, einsetzen, gestalten
Kinder lernen zuerst mit ihrem ganzen Körper, mit allen Sinnen und im direkten Kontakt mit anderen Menschen. Diese Primärerfahrungen sind die Grundlage jeder kindlichen Entwicklung – besonders im Kindergarten und in der Unterstufe stehen sie klar im Vordergrund. Das ist entwicklungspsychologisch gut begründet: Wenn Kinder mehrere Sinne gleichzeitig einsetzen – sehen, hören, tasten, sich bewegen –, bauen sie mehr neuronale Verbindungen auf, und das Gelernte bleibt nachhaltig im Gedächtnis verankert. Diese sinnesreiche, aktive Auseinandersetzung mit der Welt bildet die Basis für alle späteren, komplexeren Lernprozesse.
Wir orientieren uns dabei am pädagogischen SAMR-Modell: Digitale Medien wecken Neugierde und motivieren Kinder, sich vertiefter mit einer Sache auseinanderzusetzen – ihren grössten Nutzen entfalten sie dort, wo sie neue Formen des Lernens ermöglichen. Die Lehrpersonen entscheiden situativ, wann, wie und mit welchem Ziel dies geschieht.
Kinder nutzen digitale Geräte, um selbst etwas zu erschaffen: einen Trickfilm drehen, ein Hörspiel aufnehmen, eine Geschichte gestalten oder ein Lernvideo produzieren. Digitale Werkzeuge kommen dort zum Einsatz, wo sie einen klaren Lernbezug haben.
Geräte nach Schulstufe
Kindergarten und 1./2. Klasse: gemeinsame Geräte
In diesen Stufen stehen den Klassen iPads als Klassensatz oder Gerätepool zur Verfügung – keine persönlichen Geräte. Die Kinder nutzen sie punktuell, unter Anleitung der Lehrperson, etwa um:
● eigene Ideen mit Fotos, Zeichnungen oder kurzen Aufnahmen festzuhalten,
● erste altersgerechte Lern-Apps auszuprobieren,
● gemeinsam zu entdecken, recherchieren und zu gestalten.
Im Zentrum steht hier weiterhin das Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Das iPad ist ein zusätzliches Werkzeug unter vielen – kein fixer Bestandteil des Schulalltags.
Ab der 3. Klasse: das persönliche Gerät
Ab der 3. Klasse erhält jedes Kind ein eigenes, persönliches Gerät (iPad), das es während der Schulzeit begleitet und – nach Absprache mit der Lehrperson – auch mit nach Hause nehmen darf. Das Gerät gehört der Schule und wird den Schülerinnen und Schülern zur Nutzung überlassen.
Mit dem eigenen Gerät wächst auch die Eigenverantwortung: Die Kinder lernen, es sorgfältig zu behandeln, es aufzuladen, es sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen und sich im digitalen Alltag sicher und respektvoll zu bewegen. Details zu Nutzung, Pflichten und Verhalten regelt unsere ICT-Nutzungsordnung, die jedes Kind zusammen mit den Erziehungsberechtigten unterzeichnet.
Medien- und Informatikbildung im Unterricht
Der Umgang mit digitalen Medien ist heute Teil der Allgemeinbildung. Gemäss Lehrplan 21 fördern wir gezielt:
● Anwendungskompetenzen – Geräte, Programme und Apps sicher und zweckmässig nutzen,
● Medienkompetenz – Inhalte einordnen, hinterfragen und verantwortungsvoll mit ihnen umgehen,
● informatisches Denken – erste Grundlagen des Programmierens und der Funktionsweise digitaler Systeme.
Digitale Medien sind dabei stets Mittel zum Zweck: Sie unterstützen das Lernen in allen Fächern und ergänzen den direkten Austausch, das praktische Tun und die persönliche Begegnung.
Künstliche Intelligenz (KI) in der Schule
Künstliche Intelligenz gehört zunehmend zu unserem Alltag – auch zum schulischen. Wir setzen KI-Tools gezielt und begleitet ein, wo sie das Lernen sinnvoll unterstützen, etwa beim Formulieren, Recherchieren oder Üben. Dabei gilt:
● Es kommen ausschliesslich von der Schule freigegebene, datenschutzkonforme KI-Tools zum Einsatz.
● Die Lehrpersonen entscheiden, ob und wie KI-Tools im Unterricht genutzt werden.
● Der Umgang mit KI wird altersgerecht thematisiert: Was leisten solche Tools, wo liegen ihre Grenzen, und wie nutze ich sie kritisch und verantwortungsvoll?
Für den Schulgebrauch setzen wir gezielt auf Tools, die Alterslimiten und Datenschutzanforderungen erfüllen. Genauso wichtig ist uns: KI unterstützt beim Recherchieren, Formulieren und Vorschlagen – das eigene Denken, Urteilen und Verstehen bleibt bei den Kindern selbst. Deshalb bleibt der kritische Umgang mit KI-generierten Antworten fester Bestandteil des Unterrichts.
Herausforderungen im Blick
Digitale Medien bringen Chancen und Herausforderungen mit sich. Diese sprechen wir aktiv und offen an:
● Bildschirmzeit und Pausen – Auch mit einem eigenen Gerät setzen wir bewusst Grenzen. Im Unterricht sorgen die Lehrpersonen für ein ausgewogenes Verhältnis von Bildschirm- und bildschirmfreier Zeit; zu Hause liegt dies in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten.
● Konzentration im Unterricht – Während des Unterrichts nutzen die Kinder ihr Gerät für schulische Zwecke (siehe ICT-Nutzungsordnung). Wo nötig, schränken wir den Zugriff auf bestimmte Apps und Webseiten technisch ein.
● Cybermobbing und unangenehme Vorfälle – Wer online belastende Erfahrungen macht, meldet sich bei der Klassenlehrperson oder einer anderen Vertrauensperson. Die Schule geht solchen Meldungen konsequent nach und bezieht bei Bedarf die Erziehungsberechtigten mit ein.
● Suchtpotenzial und exzessive Nutzung – Wir behalten im Blick, wie sich Geräte im Alltag der Kinder auswirken, und suchen bei Bedarf das Gespräch mit dem Kind und den Eltern.
Diese Themen bleiben Teil eines fortlaufenden Dialogs zwischen Schule, Eltern und Kindern.
Datenschutz
Der Schutz der Personendaten unserer Schülerinnen und Schüler ist uns wichtig. Die Schulen Hünenberg halten sich an das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) sowie die Datenschutzbestimmungen des Kantons Zug. Für schulische Lernplattformen werden nur die notwendigen Daten bearbeitet, und der Zugriff ist entsprechend geregelt. Falls gewünscht, erstellen wir auch eine anonymisierte Email-Adresse für Ihr Kind. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an eine der unten aufgeführten Personen.
Regeln für die Gerätenutzung
Fair bleibt fair – auch online. Was im Schulhaus gilt, gilt genauso im digitalen Raum: Wir gehen respektvoll miteinander um und sprechen an, wenn online etwas nicht in Ordnung ist – bei Mitschülerinnen und Mitschülern oder bei einer Lehrperson.
Die konkreten Regeln zum Umgang mit Gerät, E-Mail, Chat und Internet sind in unserer ICT-Nutzungsordnung festgehalten.
Gemeinsam Verantwortung tragen
Medienbildung gelingt nur im Zusammenspiel von Schule und Elternhaus. Während wir in der Schule den reflektierten, lernzielorientierten Einsatz digitaler Medien begleiten, liegt die private Nutzung von Geräten und Apps zu Hause in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten.
Gerade Fragen wie "Ab wann ist mein Kind bereit für ein eigenes Smartphone?" oder "Wie viel Bildschirmzeit ist angemessen?" beschäftigen viele Familien. Externe, unabhängige Anlaufstellen wie Jugend und Medien oder Pro Juventute oder zischtig.ch bieten dazu praktische Orientierungshilfen. Bei schulspezifischen Fragen stehen wir Ihnen ausserdem jederzeit persönlich zur Verfügung.
Kontakt
Fragen zu Medien und ICT an den Schulen Hünenberg beantwortet Ihnen gerne:
Simon Saxer, Pädagogischer ICT-Verantwortlicher OS und Gesamtleitung
simon.saxer@schulen-huenenberg.ch
Petra Felfer, Pädagogische ICT-Verantwortliche PS