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10.06.2026

Update Bildungspolitik – Mai 2026

10.06.2026
Telegramm zur Zuger Bildungspolitik

Sicherheit
Evakuation einer Schule auf dem Zugerberg, siehe Bericht auf zentralplus.ch. Es kann jede Schule treffen und jede Schule muss «Evakuation» und «Abriegelung» aus dem Stand beherrschen.  


Kantonsrat
Sitzung vom 21.5.26

Trakt. 5, Wahlen mit Berührungspunkt Bildung: Ombudsperson, gewählt ist mit 76 Stimmen Bernadette Zürcher (bisher); Datenschützerin, gewählt ist mit 43 Stimmen Ann-Kathrin Biagoli, daher Abwahl der bisherigen Datenschützern Yvonne Jöhri.

Drei Gedanken zur politischen Diskussion um das Darlehen des Kantons Zug für die International School zur Schulraumerweiterung (2. Lesung im Kantonsrat an der Sitzung vom 1.7.26)

1) Ein Darlehen ist ein schuldrechtlicher Vertrag und kein Geschenk – das Darlehen wird von der ISZL verzinst und über 20 Jahre zurückbezahlt. Der Zinssatz entspricht dem Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zuzüglich 0,75 Prozentpunkten – mit einem Mindestzinssatz von 0,75 Prozentpunkten im Falle von Negativzinsen. 2) Die ISZL nimmt den Zuger Schulen 550 Schülerinnen und Schüler der oblig. Schulzeit mit internationalem Lehrplan ab – und entlastet damit insbesondere die Gemeinden jährlich von Schulkosten in der Höhe von fast 10 Millionen Franken. 3) Das Darlehen wird mit der Vereins-Auflage verknüpft, dass die ISZL den Vereinen, Organisationen und der Musikschule der Gemeinde Hünenberg geeignete Räumlichkeiten und Aussenanlagen unentgeltlich zur Verfügung stellen muss.

Die ISZL ist ein wichtiges und solidarisches Mitglied der Zuger Bildungslandschaft. Sie erhält kein Geschenk, sondern mit dem Darlehen einen schuldrechtlichen Vertrag für die Erweiterung ihres Schulraums – mit geregelter Rückzahlung, Verzinsung und Vereins-Auflage. Das ergänzende und friedliche Nebeneinander von Privatschulen und öffentlichen Schulen hat im Kanton Zug eine lange und politisch gestützte Tradition.

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Regierungsrat
Der Regierungsrat hat die Informatikstrategie der kantonalen Schulen 2027 – 2030 genehmigt und sie an die Schulen zur Umsetzung übergeben. Mit der Informatikstrategie haben sich alle Zuger Berufsfachschulen und Mittelschulen zum Ziel gesetzt, sich bis 2030 zum schweizweiten Referenzmodell für die digitale Transformation der Schule zu entwickeln. Dazu werden vier Arbeitspakete entwickelt: 1) Schulindividuelle Digitalisierungsvorhaben, 2) Schulübergreifende Digitalisierungsvorhaben inkl. Koordination, 3) Externe Qualitätssicherung zur Überprüfung der Zielerreichung, 4) Kommunikation, um Sichtbarkeit und Verständnis für die digitale Transformation zu fördern. Am 17.9.26 wird am Gewerblich-industriellen Bildungszentrum Zug (GIBZ) ein erster grosser Informationsanlass zu digitalen Unterrichtsprojekten an den kantonalen Schulen stattfinden.


Bildungsrat
Sitzung vom 6.5.26

  • Frühe Fremdsprachen
    Der Bildungsrat schliesst die Beratung zu den Postulaten ab und spricht sich gegen eine vorschnelle Abschaffung des Frühfranzösisch aus. Stattdessen sollen die jüngst intensivierten Austausche (Kanton Zug ist neu Nr. 4 aller Schweizer Kantone in Sachen Austauschaktivitäten) und konkrete Verbesserungen weiterverfolgt werden. Dazu gehört auch ein Testlauf für ein erstes Sprachzertifikat am Ende der 6. Klasse der Primarschule für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, siehe bspw. DELF Prim. Untersuchungen aus Deutschland zeigen, dass auch kognitive Unterforderung den frühen Fremdspracherwerb behindern kann. Eine Überprüfung aller Anstrengungen wird bis 2029 in Aussicht gestellt; bis dann wird auch der Entscheid ZH zum Frühfranzösisch vorliegen, der richtungsweisenden Charakter haben dürfte. Der Antrag des Bildungsrats erfolgt auch vor dem Hintergrund vieler laufender Projekte an den gemeindlichen Schulen (Weiterentwicklung KOSO, Leistungstests, frühe Deutschförderung, Ausbau SEB, Aufbau teilseparativer Gefässe). Eine Abschaffung Frühfranzösisch hätte weitreichende Folgen für die Ausbildung, die Stundentafel, Lehrplan und Lehrmittel inkl. allfällige Pensenverschiebungen von Zyklus 2 auf 3. Die Vorlagen gehen an den Regierungsrat zuhanden Bericht und Antrag an den Kantonsrat.
  • Berichterstattung der Gemeinden (SJ 2024/25)
    Der Bildungsrat nimmt die Berichte zur Kenntnis. Themen sind insbesondere die weiter auszubauende schulergänzende Betreuung sowie der anspruchsvolle Lehrpersonenmarkt. Kompakte Telegramme zu den Schulprogrammen und Herausforderungen verhelfen dem BIRA zu einem Überblick über alle Gemeinden. Es wird ein Antwortschreiben an die Gemeinden verfasst.
  • Visitation Steinhausen (19. November 2026)
    Für die Visitation interessiert sich der BIRA für die Schwerpunkte Handhabung Check P4, Französischunterricht, Regeln für den Umgang mit digitalen Geräten, Verhaltensauffälligkeiten sowie Zusammenarbeit zwischen Schule und Betreuung. Das definitive Programm entsteht im Austausch mit den Schulen Steinhausen.

Schulkommission der Mittelschulen
Sitzung vom 18.5.26

  • OYM College und Lehrpläne
    Die Schulkommission liess sich im Rahmen einer Führung über den OYM Campus in Cham informieren und erhielt Einblick in das Konzept zur Förderung von Leistungssport und Ausbildung. Sie genehmigte die Lehrpläne der zweiten Klasse des Kurzzeitgymnasiums des OYM College per 1. August 2026; die weiteren Schuljahre folgen etappenweise. Zudem gehört das OYM College zu den ersten Schulen, die den neuen MAR-Lehrgang (MAR = Maturitätsanerkennungsreglement der EDK, Grundlage der gegenseitigen Anerkennung und Hochschulzugänge) umsetzen.
  • Strategie 2027–2030
    Für die kommende Legislatur wird eine kompakte Strategie mit wenigen zentralen Schwerpunkten erarbeitet. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretung der Schulkommission wurde eingesetzt; ein Entwurf ist für Herbst 2026 vorgesehen.
  • Mittelschulen und neues MAR
    Die Schulkommission nahm die Arbeiten zur Umsetzung des neuen MAR an der Kantonsschule Zug zur Kenntnis, darunter ein neues Leitbild sowie einen Entwurf für die überarbeitete Stundentafel für das Langzeitgymnasium. Dabei wurden zentrale Entwicklungen wie eine Einführung eines Kurzzeitgymnasiums, die Sanierung der Schulgebäude (2029–2034) sowie die künftige Redimensionierung der Schule im Zusammenhang mit dem Neubau in Rotkreuz ab 2031/32 berücksichtigt.
    Gleichzeitig wurden der Lehrplan für den Wahlbereich der Kantonsschule Rotkreuz sowie Anpassungen an der Promotionsordnung der Kantonsschule Menzingen beschlossen.
  • Information DBK / AMH
    Einzelne Vollzugsfragen betrafen den Schutz der Schulpflicht, laufende Gesetzgebungsarbeiten sowie organisatorische Themen wie Wahlverfahren und Lehrplanentwicklungen. Die Projektarbeiten zur Revision des Gesetzes über die kantonalen Schulen wurden aufgenommen und sollen unter Einbezug des Schulfelds weitergeführt werden.
  • Informationen aus den Schulen
    Die Schulen berichten über aktuelle Projekte, insbesondere zur Umsetzung des neuen MAR, zu Anerkennungsverfahren und Bauvorhaben. Gleichzeitig stehen Abschlussprüfungen und externe Evaluationen im Fokus. Insgesamt zeigt sich ein laufender, breit abgestützter Entwicklungsprozess an den Zuger Mittelschulen.

Medien (Auswahl, u. U. hinter Bezahlschranke)

Zur Situation am Kunsthaus Zug, die verschiedentlich Gegenstand der Berichterstattung war: Trotz Querelen im Vorstand erhalten Kanton und Stadt, was sie in ihren Subventionsvereinbarungen beim Kunsthaus bestellen, nämlich Kunstvermittlung für die Schulen und Ausstellungen. Kt. und Stadt benötigen aber einen funktionierenden Vorstand, damit die Beziehung nachhaltig auf soliden Füssen steht. Die To-do-Liste dieses Vorstands: 1) Offene Governance-Fragen klären, 2) Betrieb stabilisieren, 3) Strategie definieren – und erst wenn dieses Fundament stimmt, kann ein Erweiterungsbau Thema werden. Die Kunstvermittlung wird durch den Streit überhaupt nicht beeinträchtigt. Dazu hat ein kurzer Austausch zwischen www.schulinfozug.ch und dem Kunsthaus stattgefunden. Zum jüngsten Angebot der Kunstvermittlung für die Schulen geht es via diesen Link.

Interview WIZ
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